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Potential S.1 Es ist uns soviel möglich - wir müssen es nur entdecken !
Wir alle haben eine Freiheit von Geburt an - die Freiheit Entscheidungen zu treffen
In jedem Menschen steckt das Potential, in sich selbst eine atemberaubende und phantastische Welt zu entdecken und sie voller Abenteuerlust zu erkunden. Doch nur wenige Menschen nutzen dieses Potential, das ihnen bereits von Mutter Natur, vom Geist der Evolution, in die Wiege gelegt wurde. Wir sind Riesen, die von Zwergen erzogen worden sind, und haben es uns zur Gewohnheit gemacht, uns selbst dauernd einzureden, es stünde uns nicht zu, uns aus der Wurmperspektive zu erheben, uns von der Raupe zur Larve zu verpuppen, um dann schließlich das larvale Stadium zu verlassen und uns als Schmetterling auf in die Lüfte zu schwingen, um von dort aus auf die Welt herabzuschauen und das Leben aus einer höheren Perspektive zu betrachten. Wir konkurrieren mit den Wanzen anstatt über grüne Wiesen zu tänzeln und den Sommer zu genießen. Wir leiden lieber an Allergien und pflegen unser Unwohlsein, ertragen den grenzenlosen Stumpfsinn unserer Städtekästen und fühlen uns abgeschnitten und einsam, wie Rosen, denen man die Dornen weggezüchtet hat, in Industriegefertigte Vasen gesteckt, in denen sich aus dem Wasser trübe Tümpel bilden. Wir duften selbst nicht mehr, sondern schaffen aromatisierte Surrogate, erklären die Landkarte zum Land. Den Baum des Lebens erklettern wir nicht, und an dem Baum des Wissens reiben wir uns wie die Schweine, suhlen uns im Morast unserer Egozentrik und schrecken ab und an auf, wenn einer unserer Artgenossen mit dem Bolzenschussgerät niedergestreckt und zur Schlachtung abtransportiert wird. Wir erleben keine Wunder mehr. Alles ist machbar, aber nichts ist wunderbar. Alles muss rasch gehen. Wir hetzen von der Arbeit nach Hause, um dann im Fernsehsessel die Zeit totzuschlagen. In ungeliebter Währung werten wir uns ab und auf. Status? So gut wie tot, vollautomatisiert und elektrifiziert. Wir sind die realen Tamagotchis, und unsere Langzeitbatterien halten nicht ewig, und die Entsorgung unterliegt rigiden Bestimmungen und ist alles andere als kostenlos. Billig zwar, jedoch nicht preiswert. Allesamt sind wir permanent auf Schnäppchenjagd, weil wir glauben, es gäbe nichts von Rang, sobald es kostenlos ist. Qualität hat nun mal ihren Preis, doch den wollen wir nicht bezahlen. So wenig, wie wir unsere Rechnungen begleichen wollen. Wir flüchten vor den Gläubigern und Gläubigen, weil wir unseren Lebenssinn nicht finden können.
Potential S.2 Was wir nicht finden, das gibt es nicht; und was es nicht gibt, das braucht man nicht zu suchen. Es hilft ja alles nichts. Hilf dir selbst sonst hilft dir keiner ist die Devise. Ich kann mir nicht helfen, aber... die Ausrede, warum sich niemals etwas ändert. Die Ausrede ist die Regel, doch Sprachlosigkeit die Ausnahme. Unsere Sprache ist bedeutungslos und redundant, eine nicht enden wollende Schleife innerhalb des linearen Ablaufs. Ein Paradoxon ohne Ausweg, doch mehr und mehr auf Abwege geratend. Wir züchten unsere Wünsche und Begehrlichkeiten, zähmen unsere Leiden, um sie, mit Maulkörben versehen, an der Leine der Hoffnungslosigkeit spazieren zu führen, vorbei an Auslagen hinter dickem Panzerglas, abgesichert, in öden Einkaufsstraßen. Unsere kleine Egos schreien Zeter und Mordio, und gern würden wir uns hier und da von der Brücke stürzen, wenn es nicht so anstrengend wäre, die Brüstung zu erklimmen. Die Industrie der lebenserhaltenden Geräte – Medizin genannt – schreckt uns ab, denn sie ist fast schon ein Garant in unserer technologisch fortgeschrittenen Zeit dafür, dass auch Tote überleben. Das ängstigt uns. Wir überleben. Und wenn wir leben, dann lediglich über unsere Verhältnisse. Relativität ist unsere Lebensphilosophie, gerade wenn wir uns absolut beschissen fühlen. Meistens fühlen wir uns gar nicht oder bestenfalls unbestimmt. Blind und unbestimmt, so sind wir alle, so handeln wir und erstellen uns Pläne, um uns zu suggerieren, wir hätten eine Zielgerichtetheit. Der Weg ist steinig, voller Hürden, auch die beste Asphaltierung nutzt da nichts, denn wir bremsen uns gegenseitig aus. Wer will auch schon gern aus der Kurve fliegen?! Dann besser weiter geradeaus, schnurstracks die Straße lang und bloß nicht anhalten, denn das könnte zum innehalten führen. Und Innen ist es still, darum übertönen wir das Innenleben mit äußerem Lärm. Innen verbirgt sich die wesentliche Identität. Das ist unsere Krise. Unser Krisenpotential. Es steckt in jedem Menschen, dieses Potential zum Menschen, doch - traurig, aber wahr - gar zu selten wird es auch genutzt.
Unter allen Fährten dieser Welt, zählt die am meisten, die zum WAHREN MENSCHSEIN führt !
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