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Auf dem Weg stetig achtsamer und bewusster zu sein

Dieses Forum kann dabei behilfich sein, dass wir uns darin üben.
Wenn wir vom Trennenden ab- und uns den Geimeinsamkeiten zuwenden, erleben wir andere Erlebnisse.
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dass die Änderung der eigenen Gedanken, Meinungen, Bewertungen und Handlungen nachhaltigere Zufriedenheit generiert,
als der Versuch der Änderung der Gedanken, Meinungen, Bewertungen und Handlungen Anderer.
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Ich wünsche mir, dass wir auch hier bewusster, geduldiger, ursächlicher, uns selbst und auch anderen Antworten geben/anbieten, wie auch selbständiger
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Dieses Thema hat 0 Antworten
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 Global Change
Axel Dörken Offline


Beiträge: 879


09.10.2009 11:53
Miteinander, hierarschieübergreifend - auch in Unternehmen, antworten

Guten Morgen!

was ich soeben bei changeX las, ist das Abo bei changeX wert, denke ich:



Mit den Mitarbeitern, nicht für sie
Bye-bye Management – die changeX-Kolumne von Gebhard Borck, Niels Pfläging und Andreas Zeuch, Folge 4.

Kurzarbeit ist keine Lösung. Kurzarbeit heißt den Kopf in den Sand stecken und warten, bis das Ungemach vorüber ist. Statt anzupacken, Herausforderungen anzunehmen und nach neuen Lösungen zu suchen. Gemeinsam mit den Mitarbeitern, statt sie zu entmündigen und nach Hause zu schicken. Die Zukunft liegt in der gemeinsamen Entfaltung der Potenziale aller.

Firmen setzen in der Krise auf Kurzarbeit, wie die aktuelle Statistik der Bundesagentur für Arbeit verdeutlicht. Demnach haben im Juni 2009 1.433.000 Arbeitnehmer kurzgearbeitet, davon 1.416.000 aus konjunkturellen Gründen. Seit Jahresbeginn ist die Zahl der Kurzarbeiter um 969.000 Personen gewachsen. In der Metallbranche ist sogar jeder dritte Arbeitnehmer von Kurzarbeit betroffen. Doch ist das wirklich die Lösung?
Schon unken die Medien, dass die Kurzarbeit in Massenentlassungen münden könnte. Von einer Entlassungswelle nach der Wahl und einem lediglich verzögerten Durchschlagen der Finanz- und Wirtschaftskrise auf die Arbeitsmärkte ist da die Rede. Politiker sind sich derweil einig: Ohne Kurzarbeit hätte die Krise weit drastischere Folgen gehabt als ohnehin schon. Liefert die Kurzarbeit doch genau dort finanzielle Entlastung, wo es im Moment darauf ankommt.
Ist das so? Was passiert in einem Unternehmen, das auf Kurzarbeit verzichtet? In einer kurzen Simulation beschreiben wir ein Beispiel, wie auch mit der Krise umgegangen werden kann.


Mit den Menschen, mit neuen Methoden und natürlich ohne Kurzarbeit.
September 2008: In der Anders GmbH kommt der Geschäftsführer Stephan Hilger an seinem ersten Tag nach dem Familienurlaub etwas später ins Büro. Auf der Fahrt zum Betrieb hat er die ganze Misere im Radio verfolgt. Kaum dass er die Firma betritt, wird er von einem Kollegen in eine spontan anberaumte Sitzung mitgenommen. Mitarbeiter aus der Produktion, dem Verkauf und der Administration sitzen zusammen, vor ihnen liegen die aktuellen Tageszeitungen. Alle diskutieren darüber, welche Konsequenzen auf die Anders GmbH zukommen.
November 2008: 50 Prozent Auftragseinbruch bei der Anders GmbH. „Schlimmer, als wir alle erwartet haben“, denkt Stephan Hilger, während er mit einem Kollegen aus dem Personalbüro über den Mitarbeiterakten brütet. Markus Mut hatte die Idee, bei den Mitarbeitern nach Talenten zu suchen, die dem Unternehmen noch unbekannt sind, und so sitzen er und Stephan Hilger nebst zehn anderen Teams seit zwei Monaten mit den Mitarbeitern zusammen und ergänzen die Personalakte um diese unbekannten Fähigkeiten und Kompetenzen. Martin Pingel, der kaufmännische Geschäftsführer, konnte mit der Hausbank einen Kredit für Innovationen aushandeln. Die Konditionen sind nicht günstig, doch es ist sichergestellt, dass Geld da ist für die Entwicklung neuer Produkte und Services. Er und acht weitere Kollegen aus unterschiedlichen Teams haben innerhalb von zwei Wochen ein Modell entwickelt, das jeden Mitarbeiter in diese Neuentwicklungen einbezieht. „Mit Innovation aus dem Sumpf!“, so der Slogan. Dadurch wird sichergestellt, dass keiner in Kurzarbeit gehen muss und niemand entlassen wird. Stephan Hilger sieht das so: Wenn er das alleine stemmen will, kann das der Firma nur schaden.
Februar 2009: Die Nachrichten werden nicht besser, und doch sind Stephan Hilger und seine Kollegen zuversichtlich. Alle haben gute Ideen eingebracht, einige revolutionieren gerade das Führungsmodell, während andere mit innovativen Methoden die Kommunikation professionalisieren und beschleunigen. Strukturen werden über den Haufen geworfen und neue Mitarbeiterteams entstehen aus dem Nichts. Alles richtet sich nach den aussichtsreichsten Märkten. In sechs Monaten haben die Mitarbeiter das Unternehmen neu erfunden, umstrukturiert und neue Produkte und Dienstleistungen entwickelt. Der Verkauf erzielt damit bereits erste Erfolge. Dennoch haben sie sich letzte Woche darauf geeinigt, erst einmal weniger Gehalt auszubezahlen und dennoch mehr zu arbeiten. Achim Aktiv, ein Mitarbeiter aus dem Service, hat es auf den Punkt gebracht: Wenn die Firma den Bach runtergeht, kann schließlich keiner zu Hause sitzen und Däumchen drehen! Das macht keinen Sinn.
August 2009: Stephan Hilger schaut zufrieden in die Runde. Nicht nur der Aufschwung bringt erste Erfolge, auch die Mitarbeiterbeteiligung ist nun unter Dach und Fach. Alle sind gemeinsam durch diese Krise gegangen, alle haben Verantwortung übernommen, niemand hat klein beigegeben. Für Stephan Hilger war es da logisch, dass auch alle an dem Erfolg dieser Gemeinschaftsleistung teilhaben sollen. Die Anders GmbH steht auf soliden Beinen und kann sich auf ihre Mitarbeiter verlassen. Besonders in Krisenzeiten, wie sie gerade unter Beweis gestellt hat. Alle sind sich sicher, dass sie besser für die nächste Krise aufgestellt sind. Außerhalb des Unternehmens hat kaum jemand etwas von den Veränderungen mitbekommen. Einige Kunden haben es gemerkt, dann einige der Lieferanten. Die Wettbewerber wissen nach wie vor nicht, was da passiert, und beobachten aufmerksam. Und natürlich die Bank, die sich vom Engagement und der Leistungsbereitschaft der Mitarbeiter hat anstecken lassen. „Heute sind wir uns sicher, dass es klappt, doch das waren wir uns nicht immer“, hört er Martin Pingel zu einem örtlichen Journalisten sagen, der ihn dazu interviewt, wie die Anders GmbH ihre Krise bewältigt hat: „Mit den Menschen, mit neuen Methoden und natürlich ohne Kurzarbeit!“


Die Idee, es mit den Mitarbeitern zu machen und nicht für sie.
Wenn der Frosch in die Sahne gefallen ist, darf er nicht aufhören zu strampeln, bis sie zu Butter wird. Doch was machen der deutsche Staat und das kostenfixierte Management aus dieser Erkenntnis? Verkehren sie in ihr Gegenteil: Wenn der Frosch in die Sahne gefallen ist, soll er gefälligst weniger strampeln, sonst spritzt zu viel Sahne aus dem Topf! Nur ein blinder Zahlengläubiger kann annehmen, dass sich die Situation eines Unternehmens dadurch verbessert, dass es auf Kurzarbeit umstellt. Doch warum tun es dennoch so viele? Erstens gibt es billiges Geld vom Staat, zweitens man kann länger abwarten, ob das Gewitter vielleicht doch vorbeizieht, und drittens wird die Temperatur im Kessel langsam erhöht und viele Mitarbeiter sind schon auf das Leben zu Hause eingestellt, wenn sie am Ende doch die Kündigung erhalten.
Verzeihen Sie, liebe Politiker und Manager, das ist alles andere als gute Führung! Ihr Pseudo-Gutmenschentum geht auf Kosten jener, die Sie zu schützen behaupten. Anstatt anzupacken und Erneuerung zu unterstützen, anstatt Ursachen offenzulegen und diese anzugehen, anstatt den Menschen zu vertrauen und an ihre Leistung zu glauben, nehmen Sie den schrittweisen, sukzessiven Tod von unzähligen Unternehmen in Kauf. Doch wofür? Um bei einigen wenigen als gepriesene Retter und Helden dastehen zu können. Ist das gerade in der aktuellen Zeit nicht ein viel zu hoher Preis?
Gute Führung sucht Lösungen mit den Menschen und nimmt ihnen nicht scheibchenweise die Sicherheit der eigenen Arbeit. Gute Führung rettet keine Schutzbefohlenen in Rittermanier mit schillernder Rüstung. Sondern sie geht auf Augenhöhe mit ihren Kollegen um. Und sie versteht, dass diese ebenso viel zum möglichen Erfolg beitragen wie man selbst. Gute Führung geht Krisenbewältigung mit allen zusammen an, macht die Fakten transparent und sucht nicht in elitären Krisenmarathons zu retten, was noch zu retten ist. Gute Führung weiß, dass zuallererst die Mitarbeiter zählen, wenn es darum geht, eine Krise zu bewältigen – und dass man sie nicht wie Kinder entmündigen kann, wenn man Erfolg haben möchte.
Krise heißt Veränderung, oft sogar radikale Veränderung. Die Antwort des klassischen Managements darauf lautet: Kopf in den Sand und warten, bis der Sturm vorbei ist – der Fettere überlebt.
„Bye-bye Management“ bedeutet zusammen anpacken! Es bedeutet, in einer Krise Gas zu geben und nicht auf die Bremse zu treten. „Bye-bye Management“ ist die Idee, es mit den Mitarbeitern zu machen und nicht für sie.

Die Kolumne Bye-bye Management von Gebhard Borck, Niels Pfläging und Andreas Zeuch erscheint regelmäßig auf changeX.



Liebe Grüße
Axel

"Zuerst ignorieren sie dich,
dann lachen sie über dich,
dann bekämpfen sie dich und
dann gewinnst du."

Mahatma Gandhi

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